„Unser“ Trabi wird 50!

Vom Mitbegründer des Magazins „Supertrabi” erfuhr das TV-Team auch über Trabiferien mit dem Dachzelt „Sachsenruh”.
Interview & Fotos: Olaf Seifert

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist unter den ersten Gratulanten und stimmt bereits zum Jahreswechsel mit dem Film „Die Trabant-Story” auf das Goldene Jubiläum ein.

InterTrab Oktober 2007

Auf der Suche nach spannenden Geschichten rund um das sächsische Kultmobil reisten Produzent Heiner Sylvester, Kameramann Robert Laatz und Tonmeister Udo Cott am 28. Oktober in den Chemnitzer Osten. Passend zum Thema hatten Gesprächspartner Edgar Haschke und sein Sohn Uwe drei attraktive Fahrzeuge ins dortige IFA-Stadion chauffiert:

einen originalen P 50 mit Dachzelt Sachsenruh,
den Supertrabi – P 601 sowie
einen Kübel der DDR-Grenztruppen.

In einer Drehpause war Gelegenheit, mit Heiner über den Filmauftakt des Jubeljahres 2007 zu sprechen.

(OS) Filme über den Trabi gibt es einige, warum drehen Heiner Sylvester & Jörg Mischke ihre Trabant-Story?

Der Anlass liegt auf der Hand: 2007 wird der Trabant 50. Außerdem produzierten wir zuletzt die „Wartburg Story”, einen Film über die Eisenacher und ihre Fahrzeuge, der im vorigen Mai vom MDR-Fernsehen und danach von RBB und anderen Sendern ausgestrahlt wurde.
Hier trafen sich der Wunsch des Mitteldeutschen Rundfunk und unser Bestreben, die Industrie- und Alltagsgeschichte im Sendegebiet und den neuen Ländern lebendig zu halten.
Mit der Wartburg-Story ist uns das, wie ich finde, recht ordentlich gelungen. Doch einmal tief in die Materie eingetaucht, stand für uns bald fest, dass es zum Thema noch eine Menge zu entdecken und zu sagen gibt.

(OS) Was möchten die Produzenten den Zuschauern mit diesem Film sagen?

Zeitrahmen sind die Jahre von 1957 bis zum Produktionsschluss 1991, bis zur Wende. Wir möchten freilich mehr bieten als eine fakten-treue und bild-reiche Chronologie, uns reizt jenes Fahrzeug, das wie nichts anderes Synonym der DDR ist, in guter wie negativer Hinsicht. Dabei interessieren mich besonders die Menschen, die das Auto ersannen, bauten, verbesserten, daran schraubten. Die es fuhren und täglich in Beruf oder Freizeit erlebten. Menschen, die mit ihren Plänen, den Trabant zu verändern, scheiterten und warum das so war. Der Trabi, das steckt schon im Namen,  begleitete die Leute im ostdeutschen Staat. Er steht für Selbstbehauptung, Improvisationstalent und Eigeninitiative. Und Gleichzeitig für das Versagen der sozialistischen Planwirtschaft, für verpasste oder verbotene Chancen. Kurz: für DDR.

Bei der Filmarbeit wurde zudem schnell klar, dass die Trabant-Story 1991 noch längst nicht aus ist. Über die Schrauber und Fahrer von heute, die Pflege der Traditionen, die kreativen Tunings und vieles mehr planen wir darum einen zweiten Teil der Geschichte.

(OS) Sie verraten schon ein wenig aus dem Inhalt?

Ein bisschen nur, denn die Supertrabi-Leser sollen doch schön neugierig bleiben auf den 45 minütigen Streifen. Also, wir waren bei Täve Schur, der auch als Radsportidol auf dem Boden und damit Trabifahrer blieb.

Besuchten Sonja Schmidt, die den Schlager vom himmelblauen Trabant sang und zum Evergreen machte. Natürlich wurde in Zwickau gedreht, kommen einige der Väter des Fahrzeuges zu Wort.
Heute bin ich mit Kameramann Robert Laatz und Tonmeister Udo Cott nach Chemnitz gereist, um Edgar Haschke zu treffen, der Spannendes über den DDR-Trabialltag zu berichten weiß.
Ich hoffe, dass auch der Termin mit Günter Kleiber zustande kommt.

Er war im Politbüro der SED mitverantwortlich für die Fahrzeugindustrie des Landes. Kurz, ich bin sicher, uns gelingt nicht nur ein weiterer, sondern ein besonderer, unbedingt sehenswerter Beitrag zum Trabantthema.

(OS) Wann ist „Die Trabant-Story” zu sehen?

Am Mittwoch den 27.12.2006 Uhr Dezember ab ab 22:05 Uhr, im Feiertagsprogramm des
MDR-Fernsehen.
Also als Auftakt des Jubiläumsjahres „50 Jahre Trabant”

Interview & Fotos: Olaf Seifert